Shooting mit Julia - Available Light

Es ist Freitag Abend und noch weniger als eine Stunde bis zum Sonnenuntergang. Wir sind inmitten einem Gewerbegebiet. Polnische LKWs parken am Straßenrand. Verbringen hier ihr Wochenende bis sie weiterfahren dürfen. Ansonsten kein Mensch weit und breit. Die Straßen sind leer. Dazu eine Abendliche Stimmung und ein grandioser Sonnenuntergang. Perfekt um Portraits zu fotografieren. Genau eine solche Lichtstimmung habe ich mir gewünscht. Gibt es ein besseres Licht? Ist das noch irgendwie zu toppen? Ich denke nicht.

Julia hatte ziemlich genaue Vorstellungen wie die fertigen Bilder aussehen sollten. Ein orange and teal Look im Sonnenuntergang. Dazu passend ein halbwegs fetziger Kleidungsstil. Klar, der Farblook kommt erst in der Nachbearbeitung. Andere Komponenten wie Tiefenschärfe, Licht- und Schattenverlauf müssen jedoch bereits jetzt beachtet werden. Diese Dinge sind in der Postproduktion viel zu aufwendig und zeitintensiv. Es empfiehlt sich grundsätzlich immer möglichst wenig nachzuarbeiten. Manche Lichtstimmungen lassen sich einfach nicht reproduzieren. Und wenn dann nur mit extremen Aufwand.


Nun ging es an die Kameraeinstellungen. Der Hintergrund sollte schön unscharf sein. Nichts sollte vom Hauptmotiv ablenken. Einige Testaufnahmen habe ich mit dem EF50mm f1.8 gemacht. Andere mit dem EF70-200mm 1:4L USM. Beide haben ihre Vorteile. Trotz der großen Blendenöffnung von 1.8 entschied ich mich gegen die Festbrennweite. Das Bokeh des EF70-200mm gefiel mir bei einer natürlicher Portrait Brennweite von 85mm dann doch etwas besser.


Die ersten Aufnahmen landeten auf der Speicherkarte. Und auf einmal ging es wahnsinnig schnell. Die Sonne senkte sich rasant. Jeden Moment könnten die Straßenlampen beginnen zu leuchten. Es waren vielleicht 30 Minuten die wir hatten. Danach war Schluss. Oder wie man beim Roulette sagt, nichts geht mehr. Die Bilder waren im Kasten. Spät am Abend dann noch die Bearbeitung in Lightroom. Schließlich sollte der orange and teal Look das ganze abrunden.

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